reflections

Wovor hast du am meisten Angst

Gestern war mein neuer Freund wieder da es war unheimlich schön mit ihm und wie haben viel miteinander geredet...


 

Manchmal sind mir seine ehrlichen Fragen doch etwas unangenehm und ich weiß nicht, wie ich sie beantworten soll. Gestern kam aus heiterem Himmel, wo vor ich am meisten angst hätte...

 

 

Ich sagte ihm es seien Insekten. Das stimmt zwar, jedoch ist es nicht Angst, es ist mehr Ekel, Angst habe ich davor Menschen, die mir wichtig sind, zu verlieren...


Als ich noch klein war, ließen sich meine Eltern scheiden. Ich war 3 Jahre alt. Meine große Schwester und ich besuchten unseren Vater regelmäßig und ich liebte ihn vom ganzen Herzen. Er fand eine neue Frau, die hatte sie nicht mehr alle. Sie war verrückt und ja, anders eben.


Meine Mutter, wie sich mir nach Jahren bewusst wurde, stachelte gegen meinen Vater… Er habe sie geschlagen, ständig gesoffen, und unser ganzes Geld verzockt. Er war ein schlechter Vater, ein schlechter Mann und ein schlechter Mensch. Irgendwann fruchteten die gesäten Keime und der Kontakt zu ihm brach ab. Im Grunde bin ich traurig drüber… denn heute, fast 20 Jahre später, bin ich es die rastlos ist, eine Vaterersatz suchte ich in jedem neuen Freund meiner Mom. Das war leider nicht nur einer, es waren mehrere. Der eine blieb länger, der andere hielt sich vll mal 2 Monate. Das schlimmste war wohl, dass die, die länger blieben, einen Platz in meinem Herzen bekamen. Als sie gingen, hörte ich nichts mehr von ihnen. Sie waren weg. Zurück blieb meine traurige Mutter, meine Schwester und ich, schon wieder mit dem gebrochenen Versprechen, endlich einen Papa zu haben.


Es war an Silvester, ich war gerade 11 Jahre alt, dass wir bei einer Arbeitskollegin von meiner Mom feierten. Da saß ein Mann, leicht meliertes blondes Haar, groß, blaue Augen und eine Ausstrahlung… Ich mochte ihn sofort. Ralf und meine Mom kamen zusammen und endlich hatte ich den Vater, den ich mir immer gewünscht hatte. Das Beste war wohl, dass er dazu auch noch blieb. Im November bekamen sie ein Kind, mein kleinen Bruder. Er machte mir den Platz streitig und ich hasste ihn… Die Zeit verging und Mom und Ralf waren zwar zusammen, aber die Liebe war weg.


Mit den Jahren wurde es immer unerträglicher, Ralf und Mom stritten sich, teilweile so laut, dass jeder es mitbekam. Sie unternahmen nichts mehr zusammen und wenn, dann war es kühl… sie hatten zwar noch ein gemeinsames Schlafzimmer aber auch nicht mehr lange. Wir zogen in ein Haus, da meine Mom endlich wieder Arbeit hatte. Sie machte sich selbstständig und redete vom großen Geld. Der Erfolg blieb aus. Das Haus wurde zu teuer und klar war, dass unsere Wohnsituation sich ändern würde.


In der Zwischenzeit wurde das Verhältnis zu meiner Mom und mir, eigentlich zum Rest der Familie, schlechter. Aber besonders wir beide konnten uns nicht mehr riechen. Sie behandelte mich wie Abschaum, und keine Sekunde später war ich ihr Lieblingskind… Ralf und Mom trennten sich.


Meine Schwester zog in ihre erste eigene Wohnung. Ralf nahm meinen kleinen Bruder. Tja, ich musste mit meiner Mom mit. Sie sagte mir oft, dass sie lieber alleine Wohnen wolle, dass ich ihr ein Klotz am Bein bin und dass sie mich nicht mitnehmen würde, wenn ich nicht dies oder jenes tun würde.


Verzweifelt versuchte ich meine Schwester oder Ralf zu überreden mich mitzunehmen. Letztendlich, stand der Tag des Umzuges an. Davon wusste ich nichts, ich bekam eine SMS, dass die Möbelpacker gleich da sein und ich mich, käme ich nicht pünktlich, alleine um meinen Scheiß kümmern solle. Ich hatte 2Stunden mein Hab und Gut in Müllsäcken zu verstauen.


Wir hielten es nur schwer zusammen aus. An einem Tag war mein Bruder das erste Mal bei uns zu Besuch. Ich wollte nur noch fix mein Fernsehkabel verlegen und mir einen entspannten Abend machen, da eskalierte unsere Situation. Sie rastete völlig aus, schrie, kreischte, heulte und war plötzlich ein ganz anderer Mensch. Mein Bruder, gerade 7Jahre alt, stand mitten drin. Ich wusste mir nicht anders zu helfen und rief meine Schwester an. Große Diskussion, noch mehr Geschrei. Letzt endlich flog ich zuhause raus. Sie ließ noch am gleichen Tag das Schloss austauschen und ich zog zu meinem Freund und seinen Eltern.


Alles blieb nun an mir kleben, die teure Privatschule, die teure Fahrkarte. Ich arbeitete nebenbei in einem Restaurant, ca. 2-4 mal die Woche. Irgendwann ging ich zurück zu ihr. Es wurde nicht wieder gut. Es wurde zwischen uns nur schlimmer. An einem Tag, stritten wir wieder. Was ich genau gesagt hatte, weiß ich nicht mehr aber sie ging mir an die Kehle und drückte mit aller Kraft. Im ersten Schock, wusste ich nicht, was ich tun soll, doch dann kam alles hoch. Wut, Hass, Trauer, Enttäuschung. Aus der Starre erwacht packte ich sie, denn nun war ich größer und stärker als sie und konnte mich endlich wehren. Angst stand ihr in den Augen, ich schüttelte sie, drückte sie gegen den Türrahmen so fest ich konnte, so dass es ihr weh tat. Sie ließ meine Kehle los, schrie um Hilfe aber es war keiner da. Ich sagte ihr, sie solle es ja nicht nochmal wagen Hand an mich zu legen.


Wenig später zog ich mit meinem Freund zusammen. Mit ihr, hatte ich nichts mehr zu tun.


 


Ich hatte es zwischenzeitlich immer mal wieder versucht aber wir finden nicht mehr zusammen und jedes Mal, wenn ich sie sehe geht es mir anschließend schlecht.

20.6.14 09:57, kommentieren

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Wenns mal wieder besser wird

Hallo,

 

tja was soll ich sagen, momentan geht's bergauf bei mir

endlich!!!

Ich bin seit dieser Woche wieder auf der Arbeit, merke aber, dass es mir hier nicht gut geht.

Dieses kranke Denken kommt wieder hoch und ich fange wieder an mir Gedanken über mein Essen zu machen, habe wieder eingekauft und zwar viel und die Gedanken werden wieder trüb. Ein eindeutiges Zeichen, dass ich endlich einen neuen Job brauche.

 

Das Gute ist aber, ich habe einen tollen, unheimlich liebevollen, witzigen, super süßen Typen kennengelernt

Wir Daten uns jetzt seit 2Wochen und er behandelt mich wie eine Prinzessin. Das kenne ich gar nicht mehr.

Nach der letzten Pleite hatte ich mir eigentlich vorgenommen, mich 2014 komplett auf mich zu konzentrieren! Keine Männer!!!

 

Plötzlich stand er da und meine Entschlossenheit ist dahin geschmolzen

 

 

So vll mal einige Infos zu mir:

 

Ich bin 25 Jahre alt,  

meine Haare sind dunkelbraun, meine Augen grün mit blauem Kranz. Meine Haut leicht gebräunt und mit Sommersprossen gepunktet. An sich scheine ich wohl ganz hübsch zu sein, kriege oft Komplimente.

Wenn ich mich an guten Tagen im Spiegel sehe, denke ich, na sieh einer an .

An schlechten Tagen, ist es nicht so… Da sehe ich die Kilos, das Fett, die unreine Haut. Ich stelle mich dann meist auf die Waage, obwohl ich das nicht mehr wollte. Ich sehe die Zahl!!! 57-58kg. Mein Kopf sagt mir, du fettes Schwein, wie konnte das nur geschehen… du warst schon so gut unten! Gleichzeitig knurrt mein Magen und sagt, gib mir noch ein bisschen was zu tun, mein Körper schreit mich an, TU ES JA NICHT NOCHMAL!!!

Ein Zwiespalt, ein Kampf, etwas was man nach außen nicht sieht, ein ewiges Hin-und-Her, dass sich in mir abspielt. Mein Beschluss endlich stärker zu sein als die elendige Stimme in meinem Kopf, manchmal sehr schwach aber ich halte ihn aufrecht!

Wie es los ging, ich weiß es nicht mehr genau. Das ist schon sehr lange her ca. 2Jahre?! Ich hatte es satt ständig die dickliche zu sein… 170cm und 78kg, Doppelkinn, dicke Oberarme, Hosen, die sich an der Oberschenkelinnenseite kaputtwetzen. Tja, ich habe alles gegessen J meist Fastfood. Ich begann mit Sport, gesunder Ernährung. 63kg und stolz drauf J

Irgendwann verließ mich der Ergeiz und ich ging nicht mehr laufen… Die Kilos kamen wieder und ich musste einen anderen Weg finden, da ich faul wurde… Einfachste Lösung, weniger essen und zwar sehr viel weniger!!!

Ich reduzierte und reduzierte… 2 Kürbiskernbrötchen am Tag. Eine ganze Weile ging das gut, bis aus heiterem Himmel die Augen schwächer wurden. Die Haut pfahl wirkte, die Haare stumpf, Nägel brüchig… Doch ich war bei 57kg angekommen und ich denke mir, dass das der Knackpunkt war… Scheiß auf die Nebenwirkungen, die Komplimente, die Klamotten, die Aufmerksamkeit, die ich jetzt kriege und kaufen kann! Das ist es was mir gefehlt hat.

 

Mein Hunger, kontrolliert ohne Fressanfälle, wurde zum ständigen Begleiter. Das schlechte Gewissen, wenn es doch mal etwas mehr als die tägliche Ration wurde, zum Ansporn, es am nächsten Tag wieder auszuhalten.

Im Sommer letzten Jahres hatte ich mich verliebt. Ich war glücklich und konnte es kaum fassen, dass er mich wollte… Das Glück war mir nicht lange treu und so verlor ich ihn, fast so plötzlich wie er in mein Leben trat. Mein Herz war gebrochen, die Fehler suchte ich bei mir und ich vergrub mich in schlechten Gedanken, in meinem Kummer.

Ablenkung fand ich im Hungern. Die Zeit verging und ich kann mich, wenn ich ehrlich bin nicht an einen Tag seit der Trennung erinnern, an dem ich mich wirklich gut fühlte.

Schmerz, Wut, Hass, Verzweiflung, Selbstqual. Mein Kopf, ein einziges Chaos… um nicht an ihn zu denken, las ich Tag ein Tag aus, Tipps und Tricks um abzunehmen, um nach Fressanfällen besser kotzen zu können, ging in Lebensmittelgeschäfte und schwälgte in Erinnerungen, wie gut diese Sachen einst schmeckten. Die Waage, auf der einen Seite Freund und auf der anderen Feind, bekam einen Platz vor meinem Spiegel. Der Arbeit, die ich schon immer nicht mochte, blieb ich fern, Berufsschule besuchte ich nur noch sporadisch… Freunde wollte ich nicht mehr sehen, Familie konnte mir gestohlen bleiben, meine Mitbewohnerin wurde mir ein Dorn im Auge. Ich wollte für mich sein!

Ich fand heraus, das ein Mädchen aus meiner Berufsschulklasse, das Essen genauso sah. Als Feind! Wir schufen uns unsere eigene kranke Welt. Bei ihr fand ich halt, mit ihr hatte ich endlich jemanden, dem ich vertrauen konnte. Wir hungerten gemeinsam, halfen uns in schwierigen Situationen und bemitleideten uns gemeinsam. Aber meine Trauer teilte sie nicht mit mir. Das war meins und der Gedanke, dass der Ausweg eigentlich einfach wäre, kam immer öfter…

Meine Lebensfreude weg, mein Lebenswille kurz vorm Brechen. Mein Kopf, Herr über Körper.

Haare bürsten wurde zur Tortur. Ständig waren die Büschel größer, Zahnhälse sichtbar, Periode blieb aus, selbst zum Joggen war ich zu schwach. Die Nächte wurden kürzer, da ich nicht ruhen konnte. Alles drehte sich ums Essen. Ein Tag waren es höchstens 100kcal, den nächsten 500kcal, ein Tag FASTEN, den nächsten 250kcal… Ansonsten warmen Tee viel Kaffee und Wasser ohne Ende.

Der Weg zum Normal-Sein, in weiter Ferne. Mein Gewicht 49kg. Kein Hintern, keine Brust, Rippen die herausragten, Hüftknochen, an denen man etwas aufhängen konnte. Das Gesicht eingefallen, Wangenknochen so stark sichtbar… UNGESUND sagten sie zu mir, hässlich, unschön! Und jedes Mal dachte ich, du bist doch nur neidisch.

Das ständige Kopfgeficke…

Wendepunkt waren meine schriftlichen Abschlussprüfungen, die Zeit zur Vorbereitung. Lernen = Hunger! Und um zu bestehen, gab ich mich diesem Hunger hin. Alles was süß war wurde gegessen. Warme Mahlzeiten, Schokolade, Gemüse, Brot mit Aufstrich, Döner, einfach alles wonach mir war. Es wurde direkt alles eingelagert. Fremdkörper entstanden an meinen dürren Beinchen. Jeden Schritt wabbelte es. Mein Bauch aufgebläht. Doch zum ersten Mal wieder voller Energie und meine Laune änderte sich von mies zu gelassen und entspannt. Spiegel und Waage mied ich so gut ich konnte.

Nun Hunger ich nicht mehr. Ich kann nicht sagen, dass ich geheilt bin. Aber meine dürren Beinchen, sind mittlerweile relativ gut trainiert. Ich mache wieder Sport, ich habe wieder Muskeln, kann wieder Lachen, mich freuen, teilweise auch genießen. Die bösen Gedanken kommen je nach dem mal öfters mal weniger oft hoch. Aber ich esse!

Gesund, mit dem ein oder anderen Schlemmertag. Meine Periode ist wieder regelmäßig, der Popo wieder rund, Brüste wieder praller und Haare voluminöser.

Langsam schleicht sich auch wieder Lebensfreude ein J Das macht mich glücklich… Ich bin über die Sommerliebe vom letzten Jahr hinweg. Ich gebe eine Chance J nicht nur dem neuen, sondern auch mir und meinem Leben. Ich kämpfe!

19.6.14 11:34, kommentieren



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